henna

 

deutsch
englisch

 

Was ist eigentlich Henna?

Bevor wir als Volontärinnen nach Palästina kamen, konnten wir uns unter dem Begriff „Hennafeier“ nicht viel vorstellen. Klar, Henna ist ein Pflanzenextrakt, das zum Haarfärben und zur Körperbemalung verwendet wird. Dass Henna auch für eine Art  Polterabend stehen kann, merkten wir, als wir gleich zu Anfang unserer Zeit hier in Emmaus zu einer solchen Feier eingeladen wurden.

Die Hennafeier findet immer am Tag vor der eigentlichen Hochzeit statt. Für diesen Anlass wird die Braut aufwendig eingekleidet und geschminkt. Auch die anderen Frauen tragen sehr schöne und teure Kleider und selbst die kleinen Mädchen sind schon geschminkt.

Die Besucher kommen am Nachmittag und erhalten kleine Geschenke wie beispielsweise Hennafarbe zum Bemalen der Hände oder Süßigkeiten. Besucher? Streng genommen müsste man Besucherinnen sagen. Denn bei der Hennafeier herrscht strikte Geschlechtertrennung – die meiste Zeit ist nicht einmal der künftige Bräutigam zugegen.

Das wichtigste bei der Feier ist das Tanzen: Fast vier Stunden lang tönt Musik aus den Lautsprechern und nach jedem Lied wird vom „DJ“ ausgerufen, wer als nächstes zum Tanzen auf die Bühne kommen soll – mal nur die Mütter, mal nur die Kinder. Egal ob jung oder alt – man merkt, dass den Menschen hier das Tanzen richtig im Blut liegt. Sie bewegen sich so anmutig, dass man sich als Europäerin daneben ein wenig ungelenk vorkommt.

Zu Ende der Feier, gegen sieben Uhr, stößt schließlich der Bräutigam zu den Frauen und malt seiner Braut mit Hennafarbe ein Bild in die Handflächen: Herzen, Blumen oder auch den Anfangsbuchstaben seines Namens. Danach kehrt die Frau mit ihrer Familie heim, während nun der Mann zur Feier lädt. Auch dort gibt es Essen, Trinken, Süßigkeiten und arabischen Kaffee. Später stößt die Braut zur Feier ihres Zukünftigen, wobei ihre Eltern bestimmen, wie lange sie bleiben darf.

Für uns, die wir gerade erst in Palästina angekommen waren, war vieles neu und faszinierend an den Feierlichkeiten: die Einrichtung, die mit den goldenen Sesseln und den schweren Vorhängen ein bisschen an ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht erinnerte, die arabische Musik, das Essen… Was uns aber am deutlichsten in Erinnerung geblieben ist, war der herzliche, fast überschwängliche Empfang: Obwohl wir praktisch niemanden kannten und auch kein Arabisch sprachen, wurden wir ganz selbstverständlich mit Wangenküssen begrüßt und immer wieder zum Mittanzen aufgefordert. Auch die Kinder kamen immer wieder zu uns und wollten sich mit uns fotografieren lassen.

Die ganze Atmosphäre, insbesondere die Herzlichkeit, die auch uns „Fremden“ entgegengebracht wurde, hat uns sehr beeindruckt. Und so hoffen wir, dass wir in unserer Zeit in Emmaus noch die ein oder andere Einladung zu einer Hennafeier bekommen...

 

– Lisa Richter (Düsseldorf) und Verena Gantner (Seeg/Bayern)

Volontärinnen in Beit Emmaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(c) Deutscher Verein vom Heiligen Lande - 2010     mail[[at]heilig-land-verein.de

[Startseite] [Wir über uns] [Einrichtungen] [Pilgerreisen] [Freiwilligendienste] [Spenden] [Impressum]