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Was ist neu in der Pflege?

 

Der lange und oft sehr heiße Sommer neigt sich so langsam dem Ende entgegen. Der Herbst beginnt hier leise und fast unbemerkt; aber einige Zeichen sind auch in der Pflege unübersehbar: Die warmen Winterdecken werden aus ihrem Sommerquartier geholt, die Winterkleidung in den Schränken wird sortiert, und zur Zeit grassiert eine Erkältungswelle auf der Station, begleitet von Husten und Schnupfen. Bald ist diese Phase hoffentlich überstanden und langsam freuen wir uns auf die Winter- und Adventszeit.

 

Der Herbst hat ja auch immer etwas mit Abschied zu tun. Und so möchte ich zunächst an die Patientinnen erinnern, die in den letzten Monaten von uns gegangen sind: Amina, Fatma, Evon, Rifqa und Fadwa. Gott hat sie von ihrem Leiden erlöst. Allah yarhamhun!

 

Doch jeder Abschied birgt in sich einen Neubeginn. Und so freuen wir uns über vier „Neuzugänge“, Intisar, Halima (2), Aisha und Amna, sowie die Rückkehr von Hiyam. Ahlan wa-sahlan!

Intisar hat sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit mittlerweile sehr gut eingefunden und eingelebt. Sie ist eher still und beobachtet alles ganz genau. Sie liebt es, sich mehrmals am Tag umzuziehen und auch sonst ihr Outfit zu verändern.

 

Halima (2) ist eine ältere, blinde Frau, die lautstark die Aufmerksamkeit und Zuwendung der Pflegenden auf sich zieht. Nach einigen sehr aktiven Wochen wird sie jetzt zunehmend ruhiger. Sie schläft viel, und auch das Sitzen im Rollstuhl fällt ihr sehr schwer.

 

Aisha und Amna sind erst eine kurze Zeit bei uns. Lange haben sie alleine gelebt und müssen sich erst noch an das Zusammenleben mit anderen Menschen gewöhnen. Gerne sitzen sie auf der Terrasse und genießen die wärmenden Sonnenstrahlen.

 

Hiyam hat im letzten Winter schon für einige Monate bei uns gewohnt. So hat sie sich schnell wieder in den „Emmaus-Rhythmus“ eingefunden, freut sich, wieder bei uns zu sein – und besonders über ihre Wärmflasche am Abend.

 

Sitt Salwa erfreut sich an einem Kühlschrank in ihrem Zimmer, den sie vor einigen Wochen von Freundinnen geschenkt bekommen hat. Die Anlieferung mit dem LKW war natürlich auch ein spannendes Ereignis für unsere habibtis! Leider konnte Fadwa dieses Geschenk nur kurze Zeit genießen. Sitt Salwa vermisst ihre Schwester sehr, findet jetzt aber ein wenig Ablenkung durch Im Issa, die wieder in ihr altes Zimmer zurückgekehrt ist.

 

Im Nachbarzimmer ist es mal ruhig und dann wieder etwas lauter – immer wenn Im Marwan lautstark ihren Unmut kundtut. Joula hingegen ist eher stiller; gerne schläft sie länger und braucht auch so ihre Zeit, bis sie richtig wach ist. Geduldig lässt sie unsere Morgenaktivitäten über sich ergehen und freut sich, wenn sie dann endlich im Rollstuhl im Salon sitzt.

 

Nisrin und Maysun waren während des Ramadan für einige Wochen bei ihren Familien. Sie haben diese Zeit sehr genossen, sind aber auch zufrieden, wieder zu Hause in Emmaus zu sein. Nisrin wird immer mehr zur Sprachlehrerin für unsere Volontärinnen und Pflegeschülerinnen, was allen Beteiligten großen Spaß bereitet.

 

Zum Glück hat sich Su’ad gut von ihrer Gallenoperation erholt und ihren bekannten Appetit und Humor wiedererlangt.

Noël hat den Dienstag zu ihrem „T-Shirt-Wechseltag“ erkoren. Wenn wir das neue Oberteil bemerken, freut sie sich sehr und bedankt sich mit einem strahlenden Lächeln und ihrem bekannten OK-Zeichen.

 

Unser Dreamteam, Na’ma (1), Tamani, Salwa, Na’ma (2), Warda und Su’ad, hat immer wieder mal „Gruppenfindungsschwierigkeiten“, die sowohl auf Station als auch im Garten laut und überall vernehmlich ausgetragen werden: „Wer ist denn nun der Boss?“

Ola hat in der Volontärin Katarina eine neue Freundin und Vertraute gefunden, mit der sie täglich den Garten erwandert. Neuerdings trägt sie bei ihren täglichen Spaziergängen einen Helm, den ihr eine Besucherin geschenkt hat. Danke dafür!

Shadiyya hat die Grippe besonders stark erwischt. Shafiqa sorgte sich um ihre Freundin und kümmerte sich sehr fürsorglich um sie. Wir alle freuen uns, dass es Shadiyya wieder besser geht.

Schön ist es auch, dass niemand Halima (1) bei ihren Rundgägen durch die Station stört. Sie geht, steht und sitzt, wie es ihr gefällt, und wenn sie manchmal bei einem Schlenker durch die Küche Glück hat und eine kleine Süßigkeit erhält, lächelt sie verschmitzt – und setzt dann unbeirrt ihren Gang fort.

 

Mahziyya erfreut nach wie vor alle mit ihrer guten Laune. Aber manchmal muss auch sie ihren Unmut über alles und nichts lauthals kundtun. Dann dauert es eine Weile und sie erfreut uns wieder mit ihrem Lächeln – inshallah!

 

Um Alice ist es sehr still geworden. Sie schläft viel und zieht sich gerne in ihr Zimmer zurück. Liebevoll umsorgt wird sie dort von Margo. Leider kommen die Beiden in letzter Zeit nur noch gelegentlich in den Gottesdienst. Das lange Sitzen im Rollstuhl ist für Alice zu anstrengend – und ohne ihre Freundin kommt auch Margo nur selten in die Kapelle.

 

So neigen sich der Herbst, das Jahr und auch mein erstes Jahr in Emmaus ihrem Ende entgegen. Ich bin dankbar für jeden Augenblick, den ich mit den habibtis erleben durfte, und freue mich auf viele weitere gemeinsame Erlebnisse.

 

– Martina Kaupen

Stationsleiterin

 

 

 

 

 

 

 

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