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Wirf dich in die Arme Gottes
„Strebe nach dem Ziel und hab Vertrauen! Mögen alle Leiden über dich hereinstürzen: Wirf dich in die Arme Gottes! Vertraue auf ihn; er vermag ja alles und liebt dich am meisten. Vertrauen! Vertrauen! Vertrauen! Vertrauen!” Dieser Satz stammt aus dem Tagebuch unseres Ordensgründers Pater Jordan. Er macht deutlich, dass Vertrauen für ihn ein ganz wichtiges Wort ist. Eigentlich ist es für ihn nicht nur einfach ein Wort, sondern eine Lebensweise. Er hat sein Leben auf sein Gottesvertrauen und sein Vertrauen in die göttliche Vorsehung aufgebaut.
Mit diesem Vertrauen gelang es ihm, unsere Ordensgemeinschaft zu gründen – allen Hindernissen zum Trotz. Auch in schwierigen Zeiten half es ihm dabei, seine Arbeit fortzuführen. Ein konkretes Beispiel aus der Anfangszeit des Ordens fällt mir hierzu ein: Damals war oft das Geld knapp, aber Pater Jordan vertraute stets darauf, dass alles gut würde. Und eines Tages bekam die Gemeinschaft gerade so viel Geld geschenkt, wie sie brauchte... In sein Tagebuch schrieb Pater Jordan: „Alles so einrichten, dass es dem Zweck, tüchtige Mitglieder heranzubilden, möglichst entspricht, im festen und unerschütterlichen Vertrauen darauf, dass Gott auch die nötigen Mittel schickt!“
Diese Zeiten der existenziellen finanziellen Nöte sind freilich lange vorbei. Doch ich denke, dass wir uns dennoch bis heute durch die Geisteshaltung von Pater Jordan inspirieren lassen können. Denn auch in der heutigen Welt sind wir oft darauf angewiesen, zu vertrauen. Das bedeutet nicht, dass wir selbst nichts tun müssen. Auch Pater Jordan hat viel gearbeitet und nicht alles einfach auf sich zukommen lassen. Aber sein Vorbild kann uns dabei helfen, unsere eigene Geisteshaltung und Lebensweise zu hinterfragen und vielleicht hier und da ein wenig zu ändern.
Die Worte aus dem Tagebuch erinnern mich auch an einen Text aus dem Evangelium:
„Und Jesus sagte zu seinen Jüngern: Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Das Leben ist wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung. Seht auf die Raben: Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben keinen Speicher und keine Scheune; denn Gott ernährt sie. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel! Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Wenn ihr nicht einmal etwas so Geringes könnt, warum macht ihr euch dann Sorgen um all das übrige? Darum fragt nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und ängstigt euch nicht! Denn um all das geht es den Heiden in der Welt. Euer Vater weiß, dass ihr das braucht. Euch jedoch muss es um sein Reich gehen; dann wird euch das andere dazugegeben. Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.“ (Lk 12,22-26.29-32)
Auch Jesus meint nicht, dass wir nichts tun müssen. Er hat nichts dagegen, dass wir für die Zukunft vorsorgen. Jesus wendet sich vielmehr gegen die alltäglichen Sorgen, die uns ständig beschäftigen, die unser ganzes Denken blockieren, uns Angst machen und nicht einschlafen lassen... Der Evangeliumstext will uns dabei helfen, anders mit solchen Sorgen umzugehen. Er spricht unsere Vernunft an und wirft Fragen auf: Kannst du dein Leben mit Sorge verlängern? Was ist wichtiger: das Leben oder das, was ihr esst oder wie ihr euch kleidet? Oder mit anderen Worten: Wie viel Zeit – Lebenszeit – kostet mich die Sicherung meines Lebensstandards? Sorge ich mich um dessen Verlust und setze ich alles daran, um meinen Besitz zu mehren? Oder lebe ich?
Die heutige Zeit gibt uns leider allzu oft Anlass zur Sorge und bringt uns dazu, alles selbst in die Hand nehmen, festhalten zu wollen. Auch ich ertappe mich immer wieder dabei. Aber ich denke, dass uns sowohl die Worte Jesu als auch die Pater Jordans aufrufen, diese Geisteshaltung zu überdenken und mehr darauf zu vertrauen, dass ein gutes und relativ sorgenfreies Leben möglich ist. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott für uns da ist und uns das schenkt, was wir brauchen und wann wir es brauchen.
– Sr. Maya Verdonck SDS (Pitten/Niederösterreich) absolviert ein Pflegepraktikum in Beit Emmaus
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