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Emmaus-Chronik

Das Neueste aus der Emmaus-Gemeinschaft...

 

November

Im Rahmen der Friedenslichtreise besuchen uns der oberösterreichisches Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Herr Landesrat Dr. Josef Stockinger, verschiedene Mitglieder der Landesregierung und viele Journalisten. Sie freuen sich zu sehen, was mit den finanziellen Mitteln des Landes Oberösterreich für Entwicklungszusammenarbeit hier in Emmaus geschaffen wurde.

Sonst ist der November ein eher ruhiger Monat, in dem wir vor allem auch auf den Regen warten.

 

Dezember

Wie immer ist der Advent für unsere Hausgemeinschaft eine besinnliche Zeit. Wir haben täglich Adventbesinnung, backen Kekse – und da die diesjährige Volontärsgemeinschaft sehr musikalisch ist, singen und musizieren wir öfters.

Die Schwestern der Region feiern am 8. Dezember ihr Gründungsfest in Beit Emmaus. Auch zum Fest der Heiligen Familie kommen die Schwestern aus Nazareth und Sr. Ursula Hopfensitz aus Ammann. Dieses Mal ist die Gemeinschaft bei den Borromäerinnen in Qubeibe zu einem libanesischen Mittagessen eingeladen.

 

Es ist schon Tradition, dass Ludger Bornemann Weihnachten in unserer Hausgemeinschaft verbringt. Dieses Jahr gehen wir während des Tages nach Bethlehem und erleben, wie die einheimischen Christen die Geburt Jesu feiern. Die Menschen singen und tanzen auf den Straßen und Plätzen, freuen sich und es scheint, als würden sie für einen Tag vergessen, dass sie eine Mauer einschließt.

Im Dezember verlässt uns Katharina Mendelin nach vier Monaten.

Still ist der Jahreswechsel: Einige der Volontärsgemeinschaft haben Besuch und feiern Silvester in Tel Aviv oder Jerusalem. Hier im Haus danken wir in einem Wortgottesdienst für den Schutz Gottes und feiern mit einem guten Abendessen und dann mit Sekt.

 

Jänner

Das neue Jahr beginnt für uns mit vielen Besuchern: Angehörige von Volontärinnen, „Ehemalige“ wie Martin und Kerstin Schweizok mit Töchterchen Paula sowie Magdalena Habrik. Bischof Reinhard Lettmann aus Münster kommt vorbei, um den Zwillingen Srs. Myriam und Bernadette zum Geburtstag zu gratulieren. Und wie immer kommen auch viele Gruppen und spontane Besuche.

 

Auch den Schmerz des Abschiedes spüren wir: Judith Simons, die drei Jahre als Stationsleiterin gearbeitet hat, verabschieden wir am 24. Jänner. In der Eucharistiefeier mit der Hausgemeinschaft und vielen Freunden danken wir Gott für die Zeit, die Judith mit uns gelebt, die Leitung des Hauses mitgetragen und Entwicklungen mitgeprägt hat. In einem festlichen Abendessen mit der Gemeinschaft, Kollegen und Freunden lassen wir den Dank weiterklingen.

Abschied nehmen wir auch von Sr. Agnes Absenger SDS und Volontärin Marion Pachmann.

Father Michael Sellors von der Anglikanischen Kirche in Jerusalem war über Jahre ein guter Freund unserer Hausgemeinschaft. Oft feierte er in unserer Hausgemeinschaft die Eucharistie. In den letzten Jahren setzte er sich sehr stark für die Einheit der Kirchen in Jerusalem ein. In letzter Zeit fühlte er sich nicht gut und am 27. Jänner geht er heim zu Gott. Wir nehmen an den Begräbnisfeierlichkeiten in Jerusalem teil.

 

Februar

Wie alle Jahre schlüpfen wir auch zu diesem Fasching in Masken, lustige Kleider, dekorieren die Räume und schwingen für einige Stunden mit den Frauen das Tanzbein.

„Alle Jahre wieder kommt Franz Breher“. Dieses Mal bringt er die Schließanlage für unser Haus mit. So hat ein Schlüssel unseren Schlüsselbund abgelöst.

Alexandra Uude, die letztes Jahr Volontärin in Ein Kerem war, kommt zu uns um im Rahmen ihres Studium ein Praktikum zu absolvieren.

Das große Geschenk dieses Monats sind vier Tage fast ununterbrochener Regen. Somit sind unsere Zisternen voll.

 

März

Christina Goblirsch, Miriam Kunert und Kevin Fegers sind die ersten Schüler von der Elisabethakademie in Neuwerk, die im Rahmen ihrer Gesundheits- und Krankenpfleger- Ausbildung ein sechswöchiges Praktikum in unserem Haus absolvieren. Die Elisabethakademie ist die zweite Krankenpflegeschule, die ihre Schüler zu uns schickt.

Neben vielen anderen Gruppen kommen auch 102 Pilger aus der Diözese Limburg mit Bischof Franz Peter Tebartz-van Elst zu uns. Gemeinsam machen wir in drei Gruppen einen Emmausgang entlang von israelischen Siedlungen und der „Sicherheitsmauer“ und meditieren das Emmaus-Evangelium. Die Pilger sind beeindruckt von der Gastfreundschaft der Palästinenser. In den Medien wird eher das Bild von Steine werfenden Kindern vermittelt. Anschließend feiern wir vor dem Haus die Eucharistie. Dankbar sind wir für die Kollekte, die dem Haus zugute kommt.

P. Dr. Manfred Entrich OP verbringt drei Wochen Sabbatzeit bei uns und genießt die Stille und die „Mystik des Gartens“, wie er selbst sagt.

Rund um den palästinensischen Muttertag gibt es nicht nur viele Besuche von Schulklassen, und Frauenrunden, sondern auch sehr viel Essen. Die meisten unserer Frauen haben dabei an Gewicht sehr zugelegt.

Im März verlässt uns Sr. Roberta Sprlaková. Sie hat uns mit ihrer Erfahrung als Krankenschwester ein Jahr lang auf Station unterstützt.

Schon lange freuen wir uns auf den Besuch von unserer früheren Volontärin Barbara Haslbeck mit ihrem Mann Hendrik Hansen und Tochter Agnes. Sie wollen Ostern im Heiligen Land feiern. Nachdem sie drei Stunden im Haus sind, kommt die traurige Nachricht, dass Barbaras Vater plötzlich gestorben ist. So fliegen die drei schon am nächsten Tag wieder heim. Wir begleiten die Familie mit unserem Gebet.

 

April

Traditionell feiern wir unsere Auferstehungsliturgie um fünf Uhr morgens in der Osternacht mit P. Gregor Geiger OFM. Wir freuen uns, dass dieses Jahr eine Pilgergruppe mit 40 Personen daran teilnimmt. Sie reisen an diesem Ostermorgen aus Bethlehem an. Nach der feierlichen Liturgie gibt es für alle ein ausgiebiges Osterfrühstück.

Über 100 Pilger kommen am Ostermontag zu Fuß mit P. Gregor oder mit dem Auto von Jerusalem nach Emmaus. Da es einen neuen Checkpoint und neue Zäune gibt, ist der Emmausgang nur mehr mit ortskundigen Führern möglich.

In diesem Monat freuen wir uns über den Besuch von Sr. Edith Bramberger SDS aus Rom, der früheren Stationsleiterin Maria Rottensteiner mit ihrer Freundin, der Familie unseres Volontärs Manuel Spohn und vor allem der Gemeinschaft der Congregatio Jesu aus dem Paulushaus in Jerusalem.

Wir freuen uns über die Vergrößerung unserer Gemeinschaft durch Volontär Dominik Kern und unsere „Dauervolontärin“ Roswitha Mösl. Auch die Schwesterngemeinschaft bekommt Zuwachs: Sr. Margareta Oczkowicz kommt ursprünglich aus Polen und war über viele Jahre als Pädagogin und Exerzitienbegleiterin in Österreich und Ungarn tätig. Hier in Beit Emmaus wird sich in alle Bereiche einarbeiten, aber vor allem Sr. Hildegard in der Verwaltung helfen.

Seit April ruft in Qubeibe nicht mehr nur der Muezzin zum Gebet. Nun klingen auch dreimal am Tag die neuen Glocken der Franziskanerkirche. Sie wurden von polnischen Pilgern gespendet.

Da uns in den letzten Monaten zweimal Diebe „besuchten“, lassen wir an unseren drei Häusern eine Videoüberwachung installieren.

 

Im April tritt auch eine umstrittene neue israelische Militärverordnung für das Westjordanland in Kraft. Diese erlaubt es der Armee unter anderem, Menschen aus dem Gazastreifen und dem Ausland als „Eindringlinge“ zu definieren und auszuweisen bzw. Ausländern die Einreise ins Westjordanland zu verbieten. Noch haben wir in Qubeibe und Umgebung glücklicherweise keine direkten Auswirkungen dieser Verordnung gespürt. Aber es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird.

 

Und so schließt diese Chronik mit gemischten Gefühlen: Einerseits schauen wir mit großer Dankbarkeit auf die letzten Monate zurück, andererseits blicken wir ein wenig sorgenvoll darauf, was die nächste Zeit bringen wird. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft unsere Arbeit für die Menschen hier in Qubeibe fortsetzen können. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Euch allen einen schönen und erholsamen Sommer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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