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Begegnungen am Checkpoint

 

Der Weg nach Jerusalem wird von Beit Emmaus aus immer schwieriger. Seit zwei Monaten ist die einzige Straße, die in die Stadt führt, gesperrt. Es bleibt nur noch der Umweg über den Qualandia Checkpoint – eine Reise, die meist viele Stunden dauert.

 

So anstrengend die Wartezeit vor dem Checkpoint auch sein mag, sie gibt auch Einblicke in die Lebenssituation der Menschen in der Region. Viele Kinder, deren Familien in Not und Armut leben, versuchen, am Checkpoint etwas zu verkaufen oder putzen die Fensterscheiben der Autos. Auch mit den Soldaten am Checkpoint gibt es immer wieder besondere Begegnungen: Zum Beispiel dann, wenn eine russische Soldatin Ordensfrauen mit „Gott segne dich“ freundlich grüßt oder auch, wenn einige Soldaten ein Kreuz oder eine Muttergottesmedaille zeigen und deutlich
machen, dass sie Christen sind.

 

Dies mag zunächst verwundern, ist Israel doch ein jüdischer Staat, in dem Christen keinen Militärdienst leisten. Es erklärt sich jedoch aus der hohen Zahl der Einwanderer aus Osteuropa. Um die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Heimat zu verlassen und um in Israel Arbeit zu finden, geben viele von ihnen bei der Einwanderung vor, jüdisch zu sein. In ihrem Alltag bekennen sie sich wieder zu ihrem ursprünglichen Glauben und leben diesen offen. Eine weitere Absurdität des Konfliktes in Nahost.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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