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Was die Uhr geschlagen hat...

Das wilhelminische Prachtstück im Paulus-Haus

 

Wer einmal Gast in unserem Jerusalemer Paulus-Haus war, wird noch Wochen danach den wunderbaren Klang jener Standuhr im Ohr haben, die gleich neben der Eingangstreppe steht. Sie ist auf den ersten Blick ein eher altertümliches Stück. Aber eins, das funktioniert! Ihr Gehäuse ist aus poliertem braunem Holz in drei Etagen hochgezogen wie ein Turmhaus. Es wird gekrönt mit einem Giebeldach und darauf als Schmuck ein Kreuz. Das gehört sich auch in so einem Pilgerhaus. Im oberen Gehäuse ist das Zifferblatt mit arabischen Zahlen unter einer Sonne zu sehen und dahinter versteckt sich das alt-ehrwürdige Uhrwerk. Das Herzstück ist die mittlere "Etage" mit den Gewichten und dem wunderbar klingenden Stundenschlag. London und Big-Ben lassen grüßen. Bis hinauf ins obere Stockwerk des Hauses ist der melodische Klang zu hören. Eine kleine Notiz am Eingang zum Speisesaal erklärt die unterschiedlichen Melodien. Dass diese Uhr überhaupt wieder so gut funktioniert, verdanken wir Bernd Schwandt, dem Jesuitenpater aus Bad Godesberg. Er war Gast im Haus, als ein Handwerker bei Anstreicharbeiten die Uhr von der Wand wegnahm. Anschließend "spielte sie verrückt", wie er sich erinnert. Und dann nahm der Schüler des heiligen Ignatius diese Sache in die Hand. Stundenlang und immer wieder. Im Jahr 2010 konnte er durch ein Uhrenspezialöl am Windrad des Viertelschlages dem wilhelminischen Prachtstück sogar den kompletten Klang und Glanz zurückgeben. Jetzt weiß jeder im Paulus-Haus, was die Uhr geschlagen hat. Tag und Nacht. Und hoffentlich noch viele Jahre.

 

Ein Gast und Freund des Hauses schrieb:

 

Gesegnet sei das Haus,

in dem die Zeit

mit einem solchen Kunstwerk

optisch und akustisch

gemessen wird.

 

 

Erich Läufer