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Vorbereitungspapier zur Nahost-Synode des Vatikans

 

Der Vatikan hat das erste Vorbereitungspapier für die im Herbst anberaumte Nahost-Synode vorgelegt. Darin werden mangelnde Religionsfreiheit, wachsender islamischer Fundamentalismus und die Abwanderung von Christen aus orientalischen Ländern beklagt. Zugleich bekräftigt das 30-seitige Dokument den Willen ökumenischer und interreligiöser Zusammenarbeit. Notwendig sei etwa eine stärkere Kooperation mit Muslimen im Kampf gegen Extremismus, heißt es in den „Lineamenta“, die erstmals auf Arabisch erschienen, außerdem auf Englisch, Französisch und Italienisch.

 

Für die bedrängte Situation der Christen in Nahost macht das Dokument unter anderem die Konflikte in der Region verantwortlich. Der Irakkrieg habe „die Kräfte des Bösen im Land entfesselt“. Dadurch seien vor allem die Christen als schwächste Gruppe der irakischen Gesellschaft zum Opfer geworden.

 

Im Blick auf das Heilige Land beklagt das Papier die israelische Besetzung der Palästinensergebiete, die sowohl die Bewegungsfreiheit der Menschen wie auch das wirtschaftliche und religiöse Leben einschränke. Das Verhältnis orientalischer Christen zum Judentum sieht das Vorbereitungspapier vor allem durch den Palästinakonflikt belastet. Obwohl seit 2001 in Jerusalem ein interreligiöser Rat aus Vertretern des Oberrabbinats, der muslimischen Autoritäten und der Kirchenleitungen bestehe, seien die Beziehungen noch immer von politischer Feindseligkeit gekennzeichnet.

 

Die Kirchen müssten hier eine Unterscheidung zwischen der politischen und religiösen Ebene anmahnen, so das Dokument. Christen hätten die Aufgabe, „die Mauer der Angst, des Misstrauens und des Hasses“ durch ihre Freundschaft zu Juden wie Muslimen zum Einsturz zu bringen. Eine wichtige Funktion bei der kulturellen Verständigung schreibt das Diskussionspapier den kirchlichen Schulen zu. Diese stünden auch nichtchristlichen Schülern offen und wirkten Vorurteilen entgegen. Die Erziehung zum Respekt vor Menschenrechten und Gewissensfreiheit sei allgemein zu vertiefen.

 

Im Nahen Osten leben nach einer vatikanischen Schätzung 17 Millionen Christen. Die größte Kirche der Region bildeten die rund sieben Millionen Kopten in Ägypten, sagte Kurienbischof Nikola Eterovic bei der Präsentation des Vorbereitungspapiers. Die Gesamtzahl erfasst die Länder von Ägypten bis zum Iran. Zwar verließen viele ortsansässige Christen den Nahen Osten, so Eterovic, der Generalsekretär der Bischofssynode ist. Er hob jedoch zugleich hervor, dass eine wachsende Zahl von Katholiken als Arbeitskräfte vor allem aus Asien in die Region komme.

Im Vorbereitungspapier heißt es mit Blick auf die Abwanderung von Christen aus orientalischen Ländern, Christen müssten sich ihrer Bedeutung in der Gesellschaft stärker bewusst werden. Seit Generationen spielten sie „eine wesentliche Rolle im kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben ihrer Länder“. Die Nahost-Synode findet vom 10. bis 24. Oktober im Vatikan statt. Sie steht unter dem Thema „Die katholische Kirche im Nahen Osten – Gemeinschaft und Zeugnis“.

 

 

 

 

 

 

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