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Die Heilige-Drei-Könige-Kapelle im Kapellenkranz der Dormitio
Bürger der rheinischen Metropole stifteten vor 100 Jahren eine Seitenkapelle in der Jerusalemer Kirche Dormitio Beatae Mariae Virginis
Von Bernhard Raspels

Gemeinsam mit der Abteikirche feiert auch die kleine Kölner Seitenkapelle ihr 100- jähriges Bestehen. Der Kölner Architekt und Diözesanbaumeister Heinrich Renard ließ die Wände und den ganzen Innenraum des Baukörpers frei. Denn frühchristlichen und mittelalterlichen Traditionen folgend sollte der Kirchen-Innenraum nach der Fertigstellung gestaltet werden. Die Kölner Kapelle der Heiligen Drei Könige wurde der Dormitio allerdings bereits zur Einweihung 1910 von der Kölner Bürgergesellschaft geschenkt. Damals stellten sich die Kölner Bürger an die Spitze einer breiten Bewegung im deutschen katholischen Bürgertum, die mit dem Bau der deutschen Kirche auf dem Zionsberg endlich eine Heimat für die deutschen Katholiken und Pilger im Heiligen Land begründen wollte, und stifteten die Seitenkapelle.
Der Bischof von Limburg erweiterte diesen Gedanken noch während des Baus der Kirche in einer Ansprache vor der 53. Generalversammlung des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande 1903 um seine religiöse Dimension. „Für den nahenden deutschen Pilger ist nun erkennbar, dass er auch in nationaler Beziehung in Jerusalem eine Heimstätte gefunden hat … Ein deutsches Nationaldenkmal ist unsere Marienkirche, die auch die anderen Nationen, …, anerkennen werden. Ein Nationaldenkmal, aber zugleich noch und viel mehr ein Denkmal der Liebe zu unserem Herrn und Heiland Jesus Christus.“
An der Kapelle der Heiligen Drei Könige waren zwei Kölner Künstler beteiligt: Das Mosaik schuf Anto n Bardenhewer, die Bronzeretabel entwarf der Architekt Jakob Marchand. Zentrale Gestalt des Apsismosaiks ist das Lamm Gottes aus der Apokalypse mit der blutenden Seitenwunde. Über ihm sind die Büsten des Dom-Patrons St. Petrus und des ersten Kölner Bischofs St. Maternus zu sehen. Daneben werden die weiteren heiligen Kölner Bischöfe dargestellt: Evergislus, Engelbert, Anno, Heribert, Bruno, Agilolf, Severin und Kunibert. Auf dem Schriftband ist die lateinische Siegelinschrift der Stadt Köln zu lesen: „Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia.“ Übersetzt heißt das: „Köln, die heilige Stadt, durch die Gnade Gottes treue Tochter der römischen Kirche.“ Die bronzene Retabel – das ist die Schauwand auf dem Altar – erinnert in der Form an den Dreikönigenschrein. Im Zentrum ist die Anbetung der Weisen zu sehen, die einer Darstellung aus dem Lochner-Altar im Dom nachempfunden ist. Das Mittelrelief flankieren die Kölner Stadtpatrone St. Gereon und St. Ursula.
Neben der Kölner Seitenkapelle im Kapellenkranz in der Oberkirche haben sich andere Regionen Deutschlands „verheimatet“. Eine weitere Kapelle ist dem hl. Bonifatius, dem Apostel aller Deutschen, geweiht. Sie entstand 1962. Eine zweite, ebenfalls schon 1910 gestiftet, haben Malteser-Ritter aus dem Rheinland und Westfalen Johannes dem Täufer gewidmet. Eine dritte zu Ehren des heiligen Josef steuerten 1914 schlesische Malteser-Ritter bei. Eine vierte Kapelle für den hl. Willibald kam 1932 für ganz Bayern vom bayerischen Pilgerverein hinzu. Und eine fünfte zu Ehren des hl. Benedikt stifteten 1945 Maria- Laacher-Benediktiner.
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