„Mount Zion Award“ für zwei Profis im interreligiösen Dialog
Der diesjährige Friedenspreis der „Mount Zion-Stiftung“ geht an einen jüdischen und einen muslimischen Profi des interreligiösen Dialogs: Für die mit je 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurden der Leiter des „Jerusalemer Zentrums für Jüdisch-Christlichen Dialog“, Daniel Rossing (63), sowie der Gründer des „Palästinensischen Hauses für professionelle Lösungen“, Nedal Rashed Jayousi (48), ausgewählt.
Der „Mount Zion Award“ wird seit 1987 alle zwei Jahre für herausragendes Engagement im Dialog der Religionen und Kulturen im Heiligen Land verliehen. Das Auswahlkomitee ist mit je einem Christen, einem Ju- den und einem Muslim besetzt. Die Verleihung fand am 25. Oktober in der Kirche der deutschen Benediktinerabtei „Dormitio“ auf dem Jerusalemer Zionsberg statt.
Der Preis bedeute für ihn eine große Ermutigung, sagte der gebürtige US-Amerikaner Rossing der Katholischen Nachrichten- Agentur in einer ersten Reaktion. Für seinen Einsatz zu Abbau von Unwissen und Misstrauen zwischen Juden und Christen in Israel benötige er „viel Geduld und langen Atem“. Die Auszeichnung bestätige ihn in seinem Engagement. Dass er den Preis mit einem Palästinenser teile, mache die Ehrung „noch wertvoller“.
Vor der Gründung des „Zentrums für Jüdisch-Christlichen Dialog“ war Rossing unter anderem im israelischen Religionsministerium verantwortlich für christliche Angelegenheiten. Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter „Zwischen Himmel und Erde – Zeugnisse von 2000 Jahren Christenheit im Heiligen Land“. Rossing ist in den vergangenen Jahren immer wieder in der israelischen Öffentlichkeit für die Anliegen der christlichen Minderheit eingetreten. Unter anderem verurteilte er Übergriffe auf christliche Ordensleute als „Anzeichen zunehmender Intoleranz im Land“.
Der Palästinenser Jayousi entwickelt seit mehr als 20 Jahren Strategien zur Konfliktlösung. Dabei arbeitet er als Berater für zum Teil prominente israelische, palästinensische und internationale Organisationen für die Weltbank oder USAID. Gleichzeitig setzt er sich im Bildungsbereich für Toleranz und Verständigung ein. Dabei gilt er in der palästinensischen Gesellschaft als ein führender Experte für Friedenserziehung.
Stifter des „Mount Zion Award“ ist der 1996 verstorbene Essener Priester Wilhelm Salberg, der sein Erbe dafür der im schweizerischen Luzern ansässigen „Mount Zion Stiftung“ vermachte. Zu früheren Preisträgern gehören der jüdische Rabbiner David Rosen sowie posthum der 24 Jahre alte Muslim Omri Dschadah, der bei der Rettung eines jüdischen Jungen vor dem Ertrinken selbst ums Leben kam.
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