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Kirche in Sorge wegen touristischer Erschließung des Ölbergs

 

Kirchenvertreter in Jerusalem sind besorgt über Aktivitäten auf dem Ölberg. Es gebe von der Stadt geförderte Pläne zur touristischen Erschließung der biblischen Anhöhe hinter der Altstadt, sagte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, auf Anfrage. Diese bedrohten den besonderen Charakter der Heiligen Stätten sowie das fragile Miteinander im arabisch geprägten Ostjerusalem. „Diese Entwicklung gefällt uns nicht und macht den christlichen Gemeinschaften auf dem Ölberg Angst“, sagte Twal der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Jerusalemer Entwicklungs-Behörde (JDA) weist eine Beteiligung an Projekten auf dem Ölberg zurück: Möglicherweise handle es sich um private Initiativen, sagte JDA-Mitarbeiter Doron Hazan. Für jegliche bauliche Veränderung müsse die Stadt jedoch Genehmigungen erteilen, was bislang nicht geschehen sei.

 

Nach Auskunft der Benediktinerinnen nahe der Himmelfahrts-Kapelle wurden mehrere christliche Gemeinschaften auf dem Ölberg in den vergangenen Monaten von Personen aufgesucht, die sich als städtische Beamte vorgestellt hätten. Diese hätten sie von Veränderungen auf ihren Grundstücken überzeugen wollen. Unter anderem sei es um die Anbringung großer Beleuchtungsanlagen, die Gestaltung eines Fußpfades und die Einrichtung eines Museums gegangen. Sie hätten jedoch jede Kooperation abgelehnt, da ihnen die Ziele des Projektes fragwürdig erschienen, so eine Sprecherin.

 

Nach Ansicht der israelischen Organisation Ir Amim („Stadt der Völker“) verfolgen öffentliche Stellen in Zusammenarbeit mit radikal-zionistischen Siedlerorganisationen das Ziel, die jüdische Präsenz im arabischen Ostjerusalem auszuweiten. Der einstige Respekt vor der religiösen und kulturellen Komplexität in Jerusalem sei dabei verloren gegangen, heißt es im Ir Amim-Jahresbericht vom August. Bereits in einer Resolution von 2005 habe die israelische Regierung ihre Absicht erklärt, „Jerusalem als ewige Hauptstadt Israels“ zu stärken und für Entwicklungsmaßnahmen rund um die Altstadt mehr als 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

 

 

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