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Bericht von Beit Emmaus in Palästina zur politischen Situation in der Westbank

Von Sr. Hildegard Enzenhofer SDS

In unserer Umgebung wird noch immer am Bau der Sicherheitsmauer gearbeitet. Neue israelische Siedlungen, die in allernächster Nähe von Qubeibeh gebaut werden, erfordern neue Zäune. Auf dem Weg, den wir nach Jerusalem fahren, entsteht gerade ein neuer Checkpoint. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Jerusalem zu fahren, ist schwierig: der Weg führt über Ramallah und den Qualandia Checkpoint und kann von 11/2 bis 4 Stundendauern.

 

 Aktueller Stand unseres Hauses:

In unserem Haus pflegen wir zur Zeit 32 Frauen, obwohl wir nur 29 Betten haben. Davon sind: 21 Pflegefälle und 11 geistig und körperlich behinderte jüngere Frauen.

In diesem Jahr haben wir 8 neue Frauen aufgenommen, 6 sind im Haus verstorben, 2 wurden von ihrer Familie zum Sterben nach Hause genommen und 1 Frau konnte zu ihrer Schwester gehen.

 

Über unser Personal:

Von Seiten der Ordensgemeinschaft

  • 4 Salvatorianerinnen als Diplomkrankenschwestern
  • 1 Salvatorianerin im Küchen- und Wirtschaftsbereich
  • 1 Salvatorianerin als Pädagogin
  • 1 Salvatorianerin in der Heimleitung
  • Frau Judith Simons arbeitet als Diplomkrankenschwester und Stationsleiterin. Sie hat einen Dreijahresvertrag, der im Februar 2010 endet.

 

Volontärinnen

  • 6 Volontärinnen, davon ist eine Mitglied der Ordensgemeinschaft der Redemptoristinnen in der Slowakei
  • 1 Zivildiener und 1 männlicher Volontär
  • Dankbar möchte ich die professionelle Auswahl und Begleitung der Zivis und VolontärInnen durch den DVHL erwähnen.
  • Arabische MitarbeiterInnen
  • 5 Männer
  • 7 Frauen.

 

Entwicklungen:

- Weiterhin ist das gemeinsam gut gestaltete Leben von Ordensgemeinschaft und VolontärInnen eine Priorität in unserem Haus. Für viele Menschen, die bei uns ein Volontariat machen, ist es eine Zeit, in der sie Orientierung für ihr Leben suchen.

  • Am 2. August 2009 wurde die Volontärin Tabea Kuhl in Beit Emmaus getauft.
  • Im Januar 2009 unterzeichneten wir mit der Katholischen Bildungsstätte für Gesundheits- und Pflegeberufe in Mönchengladbach einen Kooperationsvertrag. Bis Oktober waren bereits 3 x jeweils 3 SchülerInnen, für eine Zeit von 6 Wochen, zu einem Praktikum in Beit Emmaus. Sie arbeiten im Haus, nehmen an einigen Tagen am Unterricht in unserer Pflegeschule teil und gehen mit unseren StudentInnen in arabische Krankenhäuser. So lernen sie nicht nur diese, sondern auch den mühsamen Weg über die Checkpoints kennen.
  • Im November 2009 wurde ein weiterer Kooperationsvertrag mit der St. Elisabeth Akademie, ebenfalls in Mönchengladbach, unterzeichnet.
  • Für unsere MitarbeiterInnen haben wir Stellenbeschreibungen und für das Haus Pflegestandards entwickelt. An neuen Arbeitsverträgen arbeiten wir.
  • Wir haben die Palästinenserin Shereen Zahran als Diplomkrankenschwester angestellt. Sie hat 5 Jahre an der Bethlehem Universität studiert. An einem ihrer freien Tage unterrichtet sie in unserer Pflege- schule Kinderkrankenpflege. Wir möchten ihr im kommenden Jahr die Leitungsaufgabe „Vertreterin der Stationsschwester“ übertragen.

 

Umbauarbeiten im Haus:

Durch die Unterstützung des Landes Oberösterreich und einiger Wohltäter konnten wir eine schon lange angedachte Renovierung im Haus durchführen. Seit einigen Wochen erstrahlt der zweite Stock des Haupthauses in neuem Glanz. Aus den ehemaligen Lagerräumen konnten vier neue Zimmer und ein Gemeinschaftsraum für die Schwestern errichtet werden.

Für das Lager wurde im Vorfeld ein neues Haus gebaut. Fakultät für Pflege- und Gesundheitswissenschaften: Unsere Pflegeausbildung befindet sich in einer langsamen, aber ständigen, guten Entwicklung. Das palästinensische Leitungsteam macht sehr gute, professionelle Arbeit.

 

Zur Information einige Zahlen

  • Zu Beginn des Wintersemesters 2009/2010 hatten wir 52 registrierte StudentInnen.
  • 2007 hatten wir 30 Anfragen von AbiturientInnen, 2008 waren es 80 und 2009 205 Anfragen.
  • Im Frühjahr 2008 besuchten 250 angehende AbiturientInnen unsere Schule und im Frühjahr 2009 waren es 828.
  • In diesen 3 Jahren haben sich 94 junge Leute für die Aufnahme beworben. Von ihnen wurden 66 von der Bethlehem Universität angenommen, 57 haben tatsächlich begonnen. 5 StudentInnen haben wieder aufgehört. Die Gründe dafür waren: 2 junge Männer wurden eingesperrt, 1 Frau verheiratet und 2 schafften die Prüfungen nicht.
  • Die meisten unserer StudentInnen könnten ohne Unterstützung nicht studieren. In zwei Jahren haben wir NIS 144.239 — das sind 28.847 Euro — als Unterstützung für Studiengebühren, Fahrten und Bücher ausgegeben.

Im November 2008 hatten wir einen „Gesundheitstag“, der von zwei Ärzten, zwei Krankenschwestern und unseren StudentInnen vorbereitet und durchgeführt wurde. Dank der Hilfe von Wohltätern konnten wir in diesem Jahr ein Biologielabor bauen und die notwendigen Instrumente kaufen. So müssen unsere StudentInnen nicht mehr den mehrstündigen und schwierigen Weg nach Bethlehem zurücklegen. Wir Schwestern Salvatorianerinnen sind dankbar für die Vernetzung mit dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande, für die motivierende und freundschaftliche Unterstützung in unserer Sendung und für alles „Gemeinsame“ zur Linderung der Not in Palästina.

 

 

 

 

 

 

 

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