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Wachsam in der Liebe"
Zum 75. Geburtstag Seiner Seligkeit Patriarch Gregorius III.

"Seid wachsam und wandelt in der Liebe" (Mt 24,42). In Anlehnung an diesen Wappenspruch Seiner Seligkeit Patriarch Gregorius III. formulierte Archimandrit Pater Dr. Michael Schneider SJ den Titel einer umfangreichen Festschrift zum 75. Geburtstag des Patriarchen (Michael Schneider Hrg.: "Wachsam in der Liebe", 496 Seiten, ISBN 978-3-939684-43-5, Fe-Medienverlag GmbH). Das Thema der Festgabe ergibt sich aus dem Lebens- und Schaffensbereich des Patriarchen, nämlich aus "Syrien – Islam – Christen im Nahen Osten – Östliche Liturgie – Ökumene". Die Bedeutung des Anlasses und die Wertschätzung des Buches lässt sich auch daraus ablesen, dass allein zehn deutsche Bischöfe und Kardinäle sehr persönlich gehaltene Grußworte geschrieben haben. Lutfi Laham hat in Deutschland viele Freunde. 27 Autoren, die mit dem Jubilar freundschaftlich verbunden sind, waren bereit, für die Festschrift Beiträge zu verfassen, um mit unterschiedlichen Themen den Patriarchen aus Damaskus zu würdigen. Darunter ist auch ein ausführlicher Beitrag über den Deutschen Verein vom Heiligen Lande unter dem Titel "Zwei Wurzeln und ein starker Baum", in dem Prälat Erich Läufer, Kenner des Heiligen Landes und Verwaltungsratsvorsitzender des Vereins, die wechselvolle Geschichte dieser Vereinigung beschreibt.
Seine Seligkeit wurde geboren am 15. Dezember 1933 in Daraya in der Nähe von Damaskus, wo sich der auferstandene Herr erstmals dem Christenverfolger Saulus offenbarte. Mit zehn Jahren tritt Lutfi Laham in das Seminar der Salvatorianer St. Sauveur bei Sidon (Libanon) ein, um das Studium der Theologie und Philosophie aufzunehmen. Am 15. August 1949 legte er seine Zeitlichen und am 20. Januar 1952 die Ewigen Gelübde ab. Nach weiteren fünf Jahren des Studiums in Rom und seiner Priesterweihe in Grottaferrata am 15. Februar 1959 wird er 1961 am Päpstlichen Orientalischen Institut promoviert. Nach der Rückkehr in den Libanon übernimmt er die Leitung des Priesterseminars St. Sauveur und doziert in Jeita (bei Beirut) Theologie und Liturgie wie auch orientalische Studien. Neben den Vorlesungen nimmt er an zahlreichen Kongressen in Deutschland, Italien, England und anderswo teil.
Auf Grund der Gefangenschaft von Erzbischof Hilarion Capucci durch den Staat Israel ernennt Patriarch Maximos V. im Herbst 1978 Lutfi Laham zu seinem Patriarchaladministrator und Patriarchalvikar von Jerusalem. In dieser Eigenschaft baut er das Gästehaus der Melkiten und verschönert die Kathedrale in Jerusalem. Er lässt Schulen errichten, darunter die Peter-Nettekoven-Schule in Bet Sahour bei Bethlehem sowie das Cyrill-Zentrum zur Ausbildung von Lehrern. Am 9. September 1981 wählt die Heilige Synode Patriarchalvikar Lutfi Laham zum Erzbischof mit der Titelkirche von Tarsus; er wird am 27. November in Damaskus geweiht. Im Jubiläumsjahr 2000 begleitet er Papst Johannes Paul II. auf seiner Pilgerreise durch das Heilige Land.

Die in Rabouch (Libanon) tagende Synode wählt am 29. November 2000 den 66-jährigen zum Nachfolger des 92-jährigen Maximos V. Hakim. Damit ist er das Oberhaupt der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche von Antiochien, Alexandrien, Jerusalem und dem ganzen Orient. Der "Dienstsitz" ist Damaskus. Am 12. Februar 2001 feiert Papst Johannes Paul II. die Heilige Eucharistie in seiner Privatkapelle mit seiner Seligkeit Gregorius III. wie auch 14 Bischöfen und Priestern des Patriarchats. Anfang Mai 2008 besucht Patriarch Gregorius III. mit einer Delegation der Melkitischen Kirche die Gräber der Apostel in Rom. Es kommt zu einer Begegnung mit Papst Benedikt XVI. Im Sommer 2008 nimmt er als erster griechisch-katholischer Patriarch an der "Lambeth-Konferenz" der Anglikaner in Canterbury teil.
Bedingt durch die politischen Unruhen ist er leider daran gehindert, die Mutterkirche in Jerusalem persönlich aufzusuchen, die ihm soviel verdankt. So schließen wir uns dem Wunsch von Joachim Kardinal Meisner gerne an: "Mein Wunsch an den 10 Tage Älteren ist, dass es ihm zum Dank für all seinen Einsatz einmal vergönnt sein möge, die Reise nach Jerusalem noch einmal anzutreten."
E. Läufer
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