0909_wie_viele_christen

 

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Wie viele Christen im Heiligen Land?

 

Die Zahl der Christen lässt sich weder in Israel noch in den Palästinensergebieten genau ermitteln. Nach offiziellen israelischen Angaben machen sie gut zwei Prozent der Bevölkerung des Landes aus. Demnach sind von rund 7,4 Millionen Bürgern etwa 155.000 Christen. Nicht erfasst sind allerdings Zehntausende Gastarbeiter aus Polen, Rumänien, den Philippinen etc., die häufig Christen sind. Auch die Zahl nichtjüdischer Angehöriger russischer Einwanderer ist nicht eindeutig zu bestimmen. In den Autonomiebehörden wird der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung etwas höher geschätzt. Alle christlichen Kirchen im Heiligen Land leiden unter zunehmender Auswanderung.

Die meisten Christen sind orthodoxe oder katholische Araber. Ihre Zahl hat in den vergangenen Jahrzehnten in absoluten Zahlen zugenommen, prozentual aber im Vergleich zu den rascher wachsenden jüdischen und muslimischen Bevölkerungsteilen abgenommen. Die Christen sind im Heiligen Land in rund 30 verschiedenen Kirchen, kirchlichen Gemeinschaften oder Denominationen zusammengeschlossen. Die bedeutendsten sind die Griechisch-Orthodoxen, die Armenier, Syrer, Kopten, Äthiopier, die Katholiken, Lutheraner und Anglikaner.

 

Die katholische Kirche tritt neben den „Lateinern“, den Gläubigen des römischen Ritus, in verschiedenen ostkirchlichen Gemeinschaften auf: Maroniten, Melkiten sowie katholische Armenier und Syrer. Ein Ehrenrang innerhalb der Christenheit von Jerusalem wird dem orthodoxen Patriarchen Theophilus III. eingeräumt, dem Inhaber des frühchristlichen Patriarchalsitzes von Jerusalem. Er leitet auch die informelle Konferenz der christlichen Patriarchen und Bischöfe im Heiligen Land.

 

1847 wurde das Lateinische Patriarchat neu begründet. Seit 2008 steht der Jordanier Fouad Twal an der Spitze. Sein Patriarchat unterhält zahlreiche Schulen und Sozialeinrichtungen. Mit dem Schutz der Heiligen Stätten ist seit dem 13. Jahrhundert die „Kustodie“ des Franziskaner-Ordens betraut. Die Besitzverhältnisse und Zuständigkeiten an den Heiligen Stätten von Jerusalem und Bethlehem sind seit 1852 zwischen den Kirchen durch einen „Status quo“ geregelt.

 

 

 

 

 

 

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