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Die versunkene Welt des Heiligen Landes

Alte handkolorierte Photographien – einzigartige Dokumente

Dass es massenhaft Bildbände über das Heilige Land gibt, ist keine Neuigkeit. Dass es aber im Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam eine Sammlung handkolorierter Photos aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gibt, ist etwas Besonderes. Ein opulent ausgestatteter Bildband des Pattloch-Verlages macht die Sammlung, die ihresgleichen sucht, weiten Kreisen zugänglich. Die Photos zeigen Landschaften, Städte und Dörfer, die Menschen und das Alltagsleben aus dem Blickwinkel der Bibel gesehen. Manche der Photos wirken wie Eindrücke aus der Zeit Jesu.

 

Die handkolorierten Glasplattendias, die dem Museum gehören, wurden ursprünglich von einer Jerusalemer amerikanischen Agentur hergestellt, um Bilder an die wachsende Zahl von Touristen zu verkaufen. In der Amerikanischen Kolonie betrieb damals Eric Matson das Photostudio, das eine Marktlücke füllte. Es gab nur die Schwarzweiß-Photographie. Betuchte Touristen konnten sich aus einem Katalog Motive auswählen. Für farbige Bilder mussten Eric Matson und seine Frau die Photos per Hand mit Ölfarbe nachkolorieren. Neben höchster Konzentration brauchten sie dafür auch ein künstlerisches Auge. Manche Farbe wurde lediglich mit einem einzelnen Haar aufgetragen. Jedem Detail wurde größte Aufmerksamkeit geschenkt. Erstaunlich ist, dass viele der im Buch publizierten Photos der heutigen Farbphotographie kaum nachstehen.

 

Arie Speelman bereiste mit seiner Frau zwischen 1926 und 1931 den Nahen Osten. Er wählte im Photostudio am Jaffator 1200 Glasplattendias aus, die reproduziert wurden und den eigenen, auf den Reisen aufgenommenen Bildern, zugefügt wurden. Weil Speelman „die historische Situation in Palästina, Land und Leute in ihrer authentischen Farbigkeit“ im Bild bewahren wollte, ließ er alle Dias von Hand kolorieren. Ein ungewöhnlicher Auftrag. Später wurden die Glasplatten, in Holzkisten verpackt, nach Holland geschickt. Dort projizierte Speelman sie auf eine 3 x 3 Meter hohe Leinwand und hielt in ganz Holland „Palästina-Abende“.

 

Der Photograph Matson mit seiner Bilderkollektion, die Mitglieder der Amerikanischen Kolonie in Jerusalem und auch Arie Speelman hatten die Vision eines Friedens für den Nahen Osten. Sie hofften, dass ihre Arbeit und die Photos dazu beitragen würden. Wir wissen heute, was aus dieser Vision wurde. Zwei Aspekte machen das Buch bemerkenswert. Zum einen die faszinierend handkolorierten Photos. Zum anderen mit Hilfe der Photos der Blick in die zurückliegende Welt des heutigen Israels und Palästinas. Der Buchtitel „Auf den Spuren Abrahams“ scheint nicht übertrieben. Es sind Erinnerungen an eine untergegangene Welt. Eine Hilfe, sich die biblische Umwelt besser vorzustellen.

 

Erich Läufer

 

 

Richard Hardiman / Helen Speelman

Auf den Spuren Abrahams

Das Heilige Land in alten handkolorierten Photographien

505 Seiten / mehr als 160 großformatige Farbbilder / 49,90 Euro

ISBN 978-3-629-02217-2

Pattloch Verlag, München

 

 

 

 

 

 

 

 

(c) Deutscher Verein vom Heiligen Lande - 2010     mail[[at]heilig-land-verein.de

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