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Buch-Tipp: Unter goldenen Adlern in Judäa und im Teutoburger Wald
Quintilius Varus kämpfte vorher in der Heimat Jesu

In diesen Tagen ist viel die Rede von der sogenannten Varusschlacht, in der im Jahr 9 nach Christus der römische Quintilius Varus vernichtend geschlagen wurde durch germanische Streiter unter Führung des Arminius, einem Cheruskerfürsten.
Dabei hatte es Varus im römischen Reich vorher zu höchstem Ansehen gebracht als einer der fähigsten Kommandanten. Viele Jahre befehligte er die Legionen Roms als Statthalter des Kaisers von Antiochien aus. Er war damit auch zuständig für die Heimat Jesu. Nach dem Tod Herodes des Großen schlug er erbarmungslos die aufkommenden Unruhen in Judäa und Galiläa nieder. Varus legte Sepphoris, die Landeshauptstadt Jesu, nur wenige Meilen von Nazareth entfernt, um das Jahr 4 vor Christus in Schutt und Asche. Mit zwei Legionen marschierte Varus in Jerusalem ein. Zweitausend gefasste Rebellen ließ er kreuzigen. Die übrigen begnadete er, bevor er nach Antiochia zurückkehrte. Durch Varus sollte das römische Kreuz zu einem traurig vertrauten Anblick im jüdischen Palästina werden.
Dann beorderte der Kaiser ihn an den Rhein. Wo genau Varus in Germanien den Feldzug verlor, ist offen. Ob in Haltern, in Kalkriese oder irgendwo am Rande des Teutoburger Waldes geht auf Funde römischer Kriegsausrüstung zurück. Helme, Schwerter, Schilde, Lanzen und Körperpanzer – das ganze Arsenal antiker Waffen wurde da und dort ausgegraben. Meist sind die Fundstücke verrostet oder beschädigt. Dabei waren die Waffen des antiken römischen Reiches farbige Schöpfungen mit vielfältigem Schmuck. Großflächige und glänzende Dekoration auf den Schilden sollte die Feinde beeindrucken. Das war so in Germanien, das war so in Judäa und Galiläa.

Das römische Imperium verfügte über mehr als zwanzig Legionen. Die Armee war ein Berufsheer. Mehr als eine Viertelmillion Mann standen ständig unter Waffen. Viele Waffen waren dekoriert mit Motiven und Zeichen, welche Sieg und Glück verheißen sollten. Das Waffendekor der Legionen spiegelt das Vertrauen auf die Götter Roms wider. Auf den Feldzeichen waren Kohorteninschriften zu sehen. Die Legionsadler waren vergoldet und leuchteten weithin. Medaillons an den Schilden, die manchmal auch Bildnisse des Kaisers zeigten, waren mit Achaten und Schmucksteinen verziert. Zu den ehrlosesten Handlungen gehörte, wenn in Kämpfen die silbernen Kaiserbilder von den Standarten gerissen wurden. Die Bekleidung der Soldaten war farbig, bunt, vielfältig und oft ein Kennzeichen bestimmter Legionen. Kaiser, die es besonders gut mit den Soldaten hielten, erhöhten den Sold. Für die Auszahlung waren die jeweiligen Kommandanten zuständig. So ist bekannt, dass sich die Militärs manchmal zu eigenen Münzprägungen entschlossen, um bei fehlendem Geldnachschub aus Rom die Soldaten bei Laune zu halten. Es existieren unter Sammlern einige Exemplare von Denaren, die Varus hat prägen lassen. Es waren also keine grauen, trostlosen Militärkolonnen, die Rom in Marsch setzte. Wer mehr darüber erfahren will, sei auf das angekündigte Buch verwiesen.
Erich Läufer
Ernst Künzl
Unter den goldenen Adlern
Der Waffenschmuck des römischen Imperiums
154 S. / 160 farbige Abbildungen / 24,90 Euro
ISBN 978-3-7954-2011-6
Verlag Schnell & Steiner, Regensburg
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